Wie löst eine in die Bredouille geratene Prinzessin ihre Probleme auf zeitgemäße Art? Das erfährt der Leser im neuen Buch „Allerlei Zauberei. Von Zylindern, Zaubersprüchen und ziemlich viel Quatsch“ von Paul Maar und Michael Sowa, das im September 2026 im Verlag Friedrich Oetinger eschienen ist.
Darin erzählt der Schöpfer des Sams beliebte Märchen auf ganz neue Art, wirbelt vertraute Figuren und Handlungen durcheinander und gerät dabei immer wieder genüsslich auf Abwege. Wer die klassischen Erzählungen zu kennen glaubt, darf sich also auf manche Überraschung gefasst machen.
Michael Sowa hat die Geschichten mit atmosphärischen Bildern zum Leben erweckt. Er spielt mit Blickwinkeln und entwirft skurrile Räume und unerklärliche Landschaften. Das schafft etwas Rätselhaftes, das einlädt, immer wieder entdeckt zu werden.
Laut Maar sind das keine Illustrationen im klassischen Sinn, sondern kleine Gemälde, die auch für sich stehen können. Wer eines davon nicht nur im Buch betrachten, sondern zu Hause an der Wand betrachten möchte, hat dazu Gelegenheit: Einige ausgewählte Originale sind ab sofort bei der Gallery Good zu erwerben.
Das Buch auf einen Blick
„Sowas Universum verheißt dem Betrachter nicht nur ein eigentümliches Paradies, sondern auch eine alternative Hölle.“
Hans Magnus Enzensberger
Die Bilder wirken schön, ruhig und unangestrengt. Doch nicht selten sind sie das Ergebnis mühevoller und langwieriger Arbeit. Zum einen liegt es an der Malweise, zum anderen an der Neigung des Künstlers alles noch mal schnell zu übermalen. (vgl. Axel Hacke „Der Übermaler“)
In Michael Sowas Werken passen Sujet und Malweise nicht zusammen. Die feinmalerische Technik steht im Kontrast zum Gegenstand. So erlangen seine Arbeiten ihre feine Ironie und diffuse Komik.
Seine Bilder und Illustrationen erschienen in zahlreichen Büchern und Zeitschriften.
Darunter sind Cover für die Satirezeitschrift Titanic und das Magazin The New Yorker. In Zusammenarbeit mit Axel Hacke und Antje Kunstmann gab Michael Sowa zahlreiche Bücher heraus. Er illustrierte Werke von Irene Dische, Hans Magnus Enzensberger, Gerhard Polt, Elke Heidenreich und Donna Leon. Bekannt wurde er einem größeren Publikum durch seine Mitarbeit beim Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ von Jean-Pierre Jeunet.
Der Künstler wurde 1945 in Berlin geboren. Von 1965 bis 1972 absolvierte er ein Studium der Kunstpädagogik an der Hochschule der Künste Berlin.
Seine Werke im Stil alter Meister sind nur vordergründig beschaulich. Sie zeigen oft eine bürgerliche Kleinstadtidylle, die ins Groteske kippt. Irgendetwas stimmt nicht.
Im Zentrum dieser skurrilen und unwirklichen Situationen stehen häufig Tiere. Vorgeblich, weil die leichter zu malen seien. Doch das darf bezweifelt werden. Das tierische Personal entzieht sich der Eindeutigkeit einer Situation: Es beobachtet, wartet und mischt mit, ohne je zu erklären, was es dort zu suchen hat.
So entstehen surrealistische Szenen, in denen Harmonie und Befremden dicht beieinanderliegen. Der Betrachter wähnt sich in einer vertrauten Welt, bis ihm ein Detail auffällt, das nicht dazugehört. Dahinter verbirgt sich oft ein philosophisch-poetischer Witz oder wartet gar der Alptraum.
Michael Sowa schafft auf diese Weise suggestive Zeitbilder, die historische, gesellschaftliche und kulturelle Themen anschaulich und lebensnah darstellen.